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Produktivitäts- steigerung am Arbeitsplatz

Warum „gut genug“ für Banken, Finanzdienstleister und Versicherer ein Risiko für die Mitarbeiterbindung darstellt

18.01.2026

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Performance neu gedacht - Erfolgsstrategien für die neue Arbeitswelt

Ein Bericht der WORKTECH Academy in Zusammenarbeit mit SPS

Neue Forschungsergebnisse der SPS-Studie State of the Workplace 2025, die in Zusammenarbeit mit der WORKTECH Academy durchgeführt wurde und sich auf fast 200 Mitarbeiter aus dem Banken-, Finanzdienstleistungs- und Versicherungssektor (BFSI) verschiedener Hierarchieebenen konzentrierte, deuten darauf hin, dass die Rückkehr ins Büro mit weitreichenderen Risiken verbunden ist als die Gefahr, die Mitarbeiterbindung zu beeinträchtigen. Das zentrale Ergebnis ist alarmierend: 51 % der BFSI-Mitarbeiter geben an, sich nach einem neuen Job umzusehen, wenn ihr Arbeitsumfeld dauerhaft ineffizient ist – bei Führungskräften steigt dieser Anteil sogar auf 62 %. 

In einem Umfeld, in dem qualifizierte Fachkräfte knapp sind und ihre Nachbesetzung erhebliche Ressourcen bindet, wird die Gestaltung des Arbeitsplatzes zu einem entscheidenden Faktor für Talentgewinnung und Produktivitätssteigerung und nicht mehr nur ein Thema des Gebäudemanagements. Unsere Befragten teilten uns mit, was in ihren Büros gut funktioniert und was nicht, um uns ein fundiertes Bild eines effektiven, modernen Arbeitsplatzes im BFSI-Sektor zu vermitteln.

Das Büro spielt weiterhin eine wichtige Rolle – insbesondere für die Zusammenarbeit.

Zunächst ist festzuhalten, dass viele Menschen nicht grundsätzlich gegen das Büro sind. Beschäftigte im Finanzdienstleistungssektor (BFSI) sind im Großen und Ganzen zufrieden, obwohl 42 % mindestens drei Tage pro Woche im Büro anwesend sind.
 

53 % der Befragten kommen hauptsächlich zur Zusammenarbeit ins Büro, doch weniger als die Hälfte gibt an, dass die Bereiche für die Zusammenarbeit diese unterstützen.

Die Daten zeigen eine wachsende Diskrepanz zwischen den Gründen für die Büroanwesenheit und den tatsächlichen Möglichkeiten des Arbeitsplatzes. Am häufigsten wird die Zusammenarbeit als Hauptgrund für die Anwesenheit im Büro genannt (53 %), weitere 25 % wählen Networking und soziale Interaktion. Dennoch beschreibt weniger als die Hälfte der Befragten ihren primären Arbeitsplatz als „stark“ oder „sehr“ unterstützend, und insbesondere die Bereiche für die Zusammenarbeit schneiden schlecht ab: Nur 43 % geben an, dass diese Bereiche ihre Arbeit unterstützen.

Darüber hinaus erwies sich die Schwierigkeit, sich zu konzentrieren, als größte Frustration vieler Beschäftigter mit ihrem Arbeitsplatz. Es scheint also, dass sowohl kollaborative Teams als auch konzentrierte Einzelpersonen mehr vom Büro erwarten.

Letztendlich wird das Büro nach wie vor geschätzt, aber allzu oft bietet es nicht die konkreten Vorteile, die sich die Mitarbeiter von ihrer Anwesenheit erhoffen.

Vorgaben steigern die Auslastung, aber nicht die Leistung.

Ein Drittel der Befragten gibt an, hauptsächlich aufgrund einer betrieblichen Vorgabe ins Büro zu kommen. Dabei zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Hierarchieebenen: 43 % der Berufseinsteiger nehmen aufgrund von Vorgaben teil, verglichen mit nur einem Viertel der Führungskräfte.

Das ist relevant, denn Vorgaben können die Wahrnehmung schnell von einem ergebnisorientierten Arbeitsplatz hin zu einer reinen Anwesenheitsmetrik verschieben. Steigende Pendelkosten führen dazu, dass Mitarbeiter es nicht schätzen, nur für eine formale Aufgabe ins Büro zu fahren.

Daher wird die Schaffung eines Arbeitsumfelds, das die Mitarbeiterzufriedenheit in den Vordergrund stellt, zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Ebenso riskieren Unternehmen im Finanzdienstleistungssektor, die den Anschluss verlieren, hohe Kosten für den Verlust von Mitarbeitern, die zu zukunftsorientierten Wettbewerbern abwandern.

Technologie und KI: Die Akzeptanz ist groß, doch Zugang und Unterstützung sind ungleich verteilt.
 

Mitarbeiter haben klare Vorstellungen davon, ob sie KI-Tools zur Unterstützung ihrer Arbeit nutzen wollen: 64 % der Beschäftigten im Finanzdienstleistungssektor geben bereits an, KI für Arbeitsaufgaben einzusetzen. Jeder möchte erfolgreich sein, ohne viel Zeit mit manuellen Prozessen zu verbringen. Die Benutzerfreundlichkeit von KI trägt dazu bei, dass sich die Mitarbeiter befähigt fühlen, effizient und gewinnbringend zu arbeiten.

74 % der Führungskräfte nutzen KI-Tools, verglichen mit nur 49 % der Berufseinsteiger.

Die Nutzung ist jedoch deutlich nach Erfahrungsstufen verteilt: 74 % der Führungskräfte und 68 % der leitenden Angestellten nutzen KI, verglichen mit 49 % der Berufseinsteiger.

Die Lücke bei den Richtlinien spiegelt diese Diskrepanz wider: 42 % der Nachwuchskräfte geben an, dass es keine KI-Richtlinie gibt oder wissen nicht, ob eine existiert, im Vergleich zu nur 17 % der leitenden Angestellten. Ohne diese wichtige Unterstützung, den nötigen Kontext und Schulungen riskieren weniger erfahrene Mitarbeiter, die Produktivitätsvorteile von KI zu verpassen.

Vier praktische Maßnahmen, die Führungskräfte im Finanzdienstleistungssektor jetzt ergreifen können:

  1. Gestalten Sie Arbeitsmodi statt Einheitslösungen: Schaffen Sie gezielt Räume für konzentriertes Arbeiten, Zusammenarbeit und soziale Interaktion – und erleichtern Sie die Wahl des passenden Umfelds.
  2. Messen Sie, was zählt: Ergänzen Sie die Auslastung durch Erfahrungs- und Ergebnisindikatoren, damit Anwesenheit nicht als Indikator für Leistung dient.
  3. Optimieren Sie Arbeitsabläufe durch integrierte Technologien: Priorisieren Sie die gesamte Customer Journey (von der Suche nach Ansprechpartnern über Räume und Ressourcen bis hin zu Support).
  4. Führen Sie KI verantwortungsvoll ein: Definieren Sie klare Richtlinien und kommunizieren und schulen Sie diese von der Führungsebene bis zu allen Mitarbeitern, damit Produktivitätssteigerungen nicht nur Führungskräften zugutekommen.
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